Elektronische Signatur

 

Informatitionen für Betreiber

 

Qualität und elektronische Unterschrift

 

Neben der sicheren und nicht abhörbaren Übertragung der biometrischen Daten des Unterzeichners (d.h. der Unterschrift) kommt der Erfassungshardware eine weitere entscheidende Aufgabe zu, nämlich die qualitativ hochwertige Erfassung des biometrischen Merkmals. Diese gliedert sich in mehrere Bereiche:

  • Das obligatorische Sachverständigen-Gutachten
  • Ergonomische Voraussetzungen zur genauen Erfassung
  • Technische Merkmale der Erfassung

Das obligatorische Sachverständigen-Gutachten

 

Ein für einen bestimmten Gerätetypen angefertigtes Schriftsachverständigengutachten ist zwar obligatorisch, darf aber keinesfalls die Frage nach der Qualität und damit nach den technischen Voraussetzungen für die Erfassung einer handgeschriebenen e-Signatur ersetzen.

 

Ein Schriftsachverständiger kann prinzipiell auch anhand einer 2D-Faxunterschrift mit niedriger Auflösung einen Unterschriftenvergleich anstellen, jedoch ist vor Gericht die Aussagekraft einer solchen natürlich sehr in Frage zu stellen.

 

Demnach ist der Sinn eines solchen Gutachtens darzulegen, ob die angebotene Hardware generell geeignet für die Erfassung einer Unterschrift ist.

 

Zwar ist ein Schriftsachverständigen-Gutachten mittlerweile für jeden Hersteller oder Anbieter zum Standard geworden, wobei ergonomische und technische Anforderungen an eine qualitativ hochwertige biometrische Unterschrift mindestens genau so wichtig sind.   

 

Ergonomische Voraussetzungen zur genauen Erfassung

 

Die Ergonomie der Erfassungseinheit ist eine unverzichtbare Voraussetzung für die Qualität des biometrischen Merkmals (die Unterschrift mit Druck und Zeitverlauf), d.h.  das Unterschriftenpad muss über genügend Handauflageflächen an den richtigen Stellen für Rechts- und Linkshänder verfügen und möglichst flach konstruiert sein (Vergleich mit einem Blatt oder Block Papier). Die Hand darf weder in der Luft schweben noch verkrampft sein.

 

Bei einer ergonomisch ungünstigen, d.h. unnatürlichen  Haltung kann es passieren, dass unter Hinzugabe der biometrischen Daten wie Druckverlauf, Beschleunigung etc. die Unterschrift teils bis zur Unbrauchbarkeit verzerrt dargestellt wird.

 

Eine gute Lösung, um die Anforderungen an eine ausreichende Handballenauflage für Links- und Rechtshänder mit der Forderung nach einem möglichst kleinen Gehäuse zu kombinieren, hat die StepOver GmbH mit ihren naturaSign Pads gefunden:


ergonomisches Pad für Linkshänderergonomisches Pad für Rechtshänder


tablet PC

Auch Tablet PCs lassen sich ergonomisch sinnvoll zur Unterschriftenerfassung einsetzen, sofern man diese flach auf den Tisch legt (Slate Gerät oder ein Convertable im zugeklappten Porträt-Modus) und auf eine passende Position der zu unterzeichnenden Signaturfelder auf dem Bildschirm achtet.


Technische Merkmale der Erfassung

 

Erfüllt ein Signaturerfassungsgerät oder Unterschriftenpad die erwähnten ergonomischen Bedingungen zur Abgabe einer Unterschrift, hängt die tatsächliche Qualität und Verwertbarkeit maßgeblich von der Dichte der erfassten biometrischen Merkmale sowie deren Erfassungsgüte ab. Diese sind entscheidend für einen Vergleich der Herstellerangaben eines Produkts.

 

Ausgegebene 3D/4D-Koordinatenpakete pro Sekunde

Der signifikanteste Wert für die Qualität eines Erfassungsgeräts ist die zeitliche Auflösung bzw. Abtastrate, d.h. wie viele Messungen von 3D-/4D-Koordinatenpaketen (x, y, Druck und ggf. Zeit) pro Sekunde stattfinden. Je mehr, desto höher die Qualität, desto realistischer wird die Unterschrift erfasst.

 

Erfasste und ausgegebene optische Auflösung

 

Die optische Auflösung (meist in dpi angegeben) beschreibt in Verbindung mit der Wiederholgenauigkeit die Positionsgenauigkeit der erfassten x- und y-Koordinaten.

Im Gegensatz zu einem Scanner oder Drucker wird jedoch nicht die tatsächliche Anzahl der Koordinatenpunkte pro inch erfasst, da diese maßgeblich von der zeitlichen Auflösung und der Schreibgeschwindigkeit abhängen. Zu beachten ist dabei, dass die dpi-Angabe der optischen Messgenauigkeit mindestens so hoch sein muss wie die aus-gegebene optische Auflösung. Ist die Messgenauigkeit geringer, ist das ausgegebene Format interpoliert, d.h. nachträglich hochgerechnet. Dies bringt jedoch keine reelle Verbesserung des Mess-Ergebnisses mit sich.

 

So sind Digitalstifte durch das Annoto-Verfahren auf maximal 85 dpi Messgenauigkeit limitiert, da der Abstand der „Informationspunkte“ auf dem Annoto-Pattern 0,3 mm beträgt, das oft genannte Ausgabe-Format von 600 dpi ist lediglich hochskaliert (interpoliert).

 

Wiederholgenauigkeit

 

Ein gutes Signaturpad sollte eine Wiederholgenauigkeit von annähernd 100 % erreichen. Darunter versteht man die Tatsache, dass die Werte reproduzierbar bzw. exakte Koordinaten ausgegeben werden. Die Wiederholgenauigkeit wird i.d.R. in Prozent angegeben.

 

Druckerfassung, Druckverlauf und Minimal-/Maximaldruck

 

Ein weiteres wichtiges Merkmal, an dem man die Qualität eines Signaturerfassungsgerät erkennen kann, ist die Druckerfassung. Wichtig ist hierbei ein möglichst großer Bereich des Druckverlaufs (vom Mindest- um Maximaldruck), um sowohl bei schwächer als auch bei stärker ausgeführtenSignaturen einen Druckverlauf zu erfassen.

 

Wichtig ist also die genaue Differenzierung zwischen Minimal- und Maximaldruck und nicht die Anzahl der Druckstufen. Dieser Wert wird i.d.R. in Newton oder Gramm angegeben.

 

Findet die Druckerfassung bei einem Unterschriftenerfassungsgerät, welches x- und y-Position auf der Sensoroberfläche misst,  in der Spitze des Stiftes statt (d.h. Druckmessung via Spezialstift), hat dies bei technischen Störungen den Nachteil, dass ein Ausfall der Druckerfassung in der Regel unbemerkt bleibt, da die meisten Produkte der auf dem Markt befindlichen Signatur-Software die gemessenen x- und y-Koordinaten auch dann zeichnen, wenn kein Druck erfasst wird.

 

 

 

Mit freundlicher Unterstüzung von StepOver (im Technischen) und Mondo Agit (im Sprachlichen).